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Der Praktikus vom 11. Juni 2014

Die Themen: Das Risiko-Paradox der «sicheren» Niedrigzinsanleihen, die Suche nach einem Käufer bei Galenica und die Geheimniskrämerei bei der AFG.

«Das ist das Schöne an der Börse: Ein Spekulant kann 1000% Gewinn machen, aber nie mehr als 100% verlieren.»
Hermann Josef Abs
Vorstandssprecher der Deutschen Bank von 1957 bis 1967

Lieber Investor

Zumindest Europa bleibt noch lange im Zinstief. Das hat auch Mario Draghi bei seiner letzten Pressekonferenz wieder betont: «Die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben. Vielleicht länger, als man das vorhergesehen hat.» Eine lange Periode niedriger Leitzinsen bedeutet auch, dass die langfristigen Anleihen weiterhin wenig rentieren werden.

Die niedrigen Renditen bergen ein Risiko, und zwar ist es umso grösser, je sicherer die Anleihen sind. In ihrem Anlageausblick nennt es die britische Privatbank Coutts griffig das «Risiko-Paradox».

Das Risiko-Paradox

Wenn die Zinsen wieder steigen, werden die Kurse der langfristigen, am wenigsten rentierenden Staatsanleihen am meisten leiden. Lassen Sie mich dieses Paradox auflösen, dahinter stehen zwei verschiedene Risikoformen: Einerseits gibt es das Durationsrisiko, das zeigt, wie stark der Kurs eines Bonds auf eine Zinserhöhung reagiert. Wenig rentierende Staatsanleihen reagieren am sensibelsten. Anderseits sagt das Kreditrisiko, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls des Schuldners ist. Dieses Risiko ist selbst für die Staaten der Eurozone nach der Quasi-Garantie durch die EZB gering.

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