Unternehmen / Schweiz

Aktivisten haben Europas Grossunternehmen auf dem Radar

Gesucht wird die direkte Einflussnahme auf die Strategie, um die Vorstellungen zur Gewinnmaximierung durchzusetzen

Wolfgang Gamma und Pascal Meisser

Europa gerät verstärkt ins Visier von aktivistischen Aktionären. «Wir stellen eine klare Verschiebung der Vorstösse von den USA nach Europa fest», sagt Philipp Beck, Leiter M&A Deutschland der UBS. Zu den Hauptzielen der Aktivisten gehören Unternehmen aus der Schweiz, aus Deutschland und den Niederlanden.

Dabei sind es immer mehr die grossen Gesellschaften, wie als jüngstes Beispiel Nestlé zeigt. «Die Furcht vor den Multis ist verschwunden», stellt Beck dazu fest.

Aus der Nische zur Akzeptanz

Die amerikanische Investmentbank J. P. Morgan zählte 2016/17 (per Ende Juni) weltweit 606 Kampagnen von Aktivisten. 119 entfielen auf Europa, wo es vor fünf Jahren erst 62 gewesen waren. «Aktionärsinterventionen entwickelten sich aus einem Nischeninstrument von wenigen Hedge Funds zu einer auch von bedeutenden institutionellen Investoren gestützten Strategie», schreibt die Bank in einer Studie. Die Vorstösse zielen mehrheitlich auf Fragen der Corporate Governance, wobei der Einsitznahme im Verwaltungsrat besonderes Gewicht beigemessen wird. Aber auch das Portfoliomanagement – Verkäufe wie Akquisitionen – steht oft im Vordergrund. Zudem gilt das Interesse Aktienrückkäufen und der Optimierung der Kapitalstruktur.

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