Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Mit Spannung wurde die Pressekonferenz der US-Notenbank (Fed) am Mittwochabend erwartet. Das Gremium signalisierte seine Bereitschaft, die US-Wirtschaft zu unterstützen, und öffnete so die Tür für eine Leitzinssenkung. Man werde die Situation genau beobachten und «angemessen handeln», um die wirtschaftliche Expansion zu stützen (lesen Sie hier mehr).

Im Markt wurde dieser Entscheid erwartet, deshalb festigten die Börsen ihre Kursgewinne der letzten Tage und zogen nur leicht an. Der Dow Jones Industrial schloss 0,15% höher, der Nasdaq 0,3%.

Zu den Gewinneraktien gehörten die Titel von Adobe (+5,2%), deren Quartalszahlen die Erwartungen übertrafen, und US Steel (+4%), die von einer Ratingerhöhung profitierten, nachdem der Konzern die Abschaltung von drei Stahlöfen bekanntgegeben hatte. United Health (+1,8%) avancierten ebenfalls, die geplante Übernahme von Teilen des Dialysekonzerns Davita (+3%) soll schon bald genehmigt werden.

Asien

In Japan war die Reaktion auf den Fed-Entscheid ebenfalls verhalten, der Topix legte 0,3% zu. In China werden ab dem 24. Juni mehr als tausend in Yuan ausgestellte Aktien in den FTSE Russell Index einbezogen. Das stützte die Börsen, Chinas Leitindex CSI 300 gewann 2,8%, der Hang Seng in Hongkong notierte 0,9% höher.

SMI 11'156.72 -0.10%
Euro Stoxx 50 3'727.07 -1.33%
Dax 13'544.52 -1.12%
STXUS500 PR USD 324.70 -1.35%
Nikkei 225 28'930.33 -0.04%
EUR/CHF 0.9632 -0.19%
USD/CHF 0.9588 +0.24%
EUR/USD 1.0048 -0.42%
Gold USD/Uz 1'750.00 -0.50%
Öl Brent 97.64 +1.17%
Bitcoin 21463.03 -8.10%

News Vorbörse Schweiz

Credit Suisse: Der Ausbau des China Geschäfts der Grossbank Credit Suisse (CSGN 7.47 -0.40%) ist laut «Financial Times» in Gefahr, da es vor 15 Jahren beim Verkauf der 65%-Beteiligung an drei Investoren zu betrügerischen Handlungen und Missbrauch von Staatsgeldern gekommen sei. Nun klagt die Universität Peking gegen die von ihr 1986 gegründete Founder Group. Credit Suisse will die Mehrheit am Broker Credit Suisse Founder Securities übernehmen, welche sie gemeinsam mit Founder Securities betreibt. (Lesen Sie hier mehr.)

LafargeHolcim: Der Zementkonzern LafargeHolcim hat das Ergebnis des Rückkaufangebots für die bis 2036 laufende, mit 7,125% verzinste Anleihe bekanntgegeben. Von ausstehenden 600 Mio. $ wurden lediglich 76,912 Mio. $ angeboten.

Stadler Rail: Der Zughersteller Stadler Rail (SRAIL 36.50 +1.50%) hat vom Nahverkehrsverbund von Schleswig-Holstein einen Auftrag für 55 Flirt-Akku-Triebzüge erhalten. Das Auftragsvolumen soll 80 Mio. € betragen.

Kudelski: Der Sicherheitsspezialist Kudelski (KUD 3.39 +5.28%) erweitert seine Beratungsdienstleistungen im Bereich Cyberscurity und stellt dazu ein Team aus Sicherheitsexperten zusammen. Es geht dabei vor allem um die Bereiche Strategie und Governance, Risiko-, Bedrohungs- und Schwachstellenmanagement.

Rieter: Der Spinnereimaschinenhersteller Rieter (RIEN 150.80 +0.13%) will an der wichtigsten Branchenmesse ab heute Donnerstag (ITM, Barcelona) Innovationen bekanntgeben. Im Fokus stehen die Senkung der Rohmaterialkosten, der Energiekosten und der Arbeitskosten sowie die Erhöhung der Produktivität.

Hiag: Die Immobiliengesellschaft Hiag (HIAG 105.50 +0.96%) ernennt per 1. Januar 2020 Marco Feusi zum neuen Chef. Feusi arbeitete achtzehn Jahre für Wüest und Partner und ist seit 2017 Firmenchef. (Lesen Sie hier mehr.)

Crealogix/Gurit: Beim Software- und IT-Dienstleister Crealogix (CLXN 80.00 -1.23%) verlässt der Finanzchef Philippe Wirth das Unternehmen per Ende Dezember 2019. Er wechselt zum Spezialkunststoffhersteller Gurit (GUR 1'534.00 +0.66%).

Polyphor: Das Biopharmaunternehmen Polyphor (POLN 1.29 +1.57%) wird am Fachkongress American Society of Microbiology (ASM) einen Überblick über seine Antibiotikaprogramme geben. Es berichtet über den Bereich der Outer Membrane Protein Targeting Antibiotics (OMPTA).

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 20.06.2019

Wichtige Ereignisse
vom 20.06.2019

Schweiz
08:00   EZV: Aussenhandel/Uhrenexporte Mai 2019
08:30   BFS: Baupreisindex im April 2019
11:30   MK Swipra: Analyse GV-Saison, Zürich
International
Termine Unternehmen
08:00 GBR Dixons Carphone Jahreszahlen
10:00 DEU HelloFresh Hauptversammlung, Berlin
12:00 LUX ADO Properties Hauptversammlung
13:30 USA Delta Air Lines Hauptversammlung
- Ohne genaue Zeitangabe
NLD: Qiagen Investor Day, New York
USA: Merck & Co Investor Day
Termine Konjunktur
DEU: Bundesfinanzministerium Monatsbericht
JPN: BoJ Zinsentscheid
07:30 JPN All Industry Activity Index 04/19
08:00 JPN Maschinenwerkzeugaufträge 05/19 (endgültig)
10:00 EUR EZB Wirtschaftsbericht
10:30 GBR Einzelhandelsumsatz 05/19
13:00 GBR BoE Zinsentscheid
14:30 USA Leistungsbilanz Q1/19
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Philly Fed Index 06/19
15:00 BEL Verbrauchervertrauen 06/19
16:00 EUR Verbrauchervertrauen 06/19 (vorläufig)
16:00 USA Frühindikator 05/19
- Sonstige Termine
09:30 LUX EuGH-Urteil zu Kfz-Haftpflicht
EUR: Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs -Zentrales Thema für
Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen ist die Besetzung
von Brüsseler Spitzenposten für die nächsten Jahre, vor allem das
Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Zudem wird die Strategische
Agenda der EU bis 2024 beraten.
CHN: Chinas Präsident Xi Jinping besucht erstmals Nordkorea
THA: Gipfeltreffen der Asean-Staaten, Bangkok
FRA: 53. Luftfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris (bis 23.6.19)

(Quelle: AWP)

SMI: mit Geduld zu neuem Rekord

Der Swiss Market Index hat die 10’000er-Schwelle übersprungen, doch für den nächsten Höchststand braucht es Zeit. Lesen Sie hier mehr.

Ausblick Zinsen und Devisen

Noch läuft die Woche der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem Chef Mario Draghi bereits den Anfang gemacht. Am Dienstag auf der EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra straffte er in seiner Rede den Zeitablauf, in dem der EZB-Rat über weitere Lockerungsschritte nachdenken wird. Der oberste Eurowährungshüter hatte bereits vor zwei Wochen nach der Juni-Sitzung klargemacht, dass die Eurozentralbanker derzeit über Zinssenkungen und neue Anleihenzukäufe nachdenken sowie über eine weitere Verschiebung der Zinsleitlinie (Forward Guidance), die aktuell bis Mitte 2020 niedrige Leitzinsen in Aussicht stellt. Grund sind die schlechteren Wirtschaftsaussichten und der Einbruch der Inflationserwartungen an den Finanzmärkten.

Mit seiner Rede hat Draghi eine heftige Verschiebung der Zinserwartungen ausgelöst. Erste Volkswirte rechnen jetzt bereits für Juli mit einer Senkung des EZB-Einlagenzinses von –0,4 auf –0,5%. Aus Terminkontrakten lässt sich ablesen, dass Anleger diesen Schritt bis September erwarten, zuvor hatten sie eine Senkung erst für Frühjahr 2020 vorweggenommen. Eine weitere Rücknahme in Höhe von 0,1 Prozentpunkt könnte nach den neusten Notierungen nun innerhalb eines Jahres folgen. In den USA, wo die Notenbanker am Mittwoch getagt haben, rechnen Investoren mit drei bis vier Zinssenkungen. Die britischen und die japanischen Kollegen tagen am Donnerstag.

Abgerundet wird die Woche der Notenbanken mit dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag. Eventuell fallen hier bereits Entscheidungen über die Besetzung an der Spitze der EU, die wiederum Einfluss auf die EZB hätten. Am Mittwoch bekannte sich Bundesbankchef Jens Weidmann zum OMT-Programm, das der Rat 2012 beschlossen hatte. Damit werden die Euronotenbanker zur Not am Anleihenmarkt unbegrenzt mit Käufen eingreifen, wenn die Finanzstabilität gefährdet ist. Weidmann, als deutscher Kandidat für die Nachfolge von Draghi, hat das OMT-Programm wiederholt kritisiert, was ihm bis heute im Süden der Eurozone grosses Misstrauen beschert. Ob dieses Bekenntnis die Wende bringt?