Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelsstreit mit China drückt weiter auf die Stimmung an Wallstreet. Die Aussicht auf eine Senkung der Zinsen durch die US-Notenbank hilft da wenig.

Der Leitindex Dow Jones verlor am Mittwoch 0,17% auf 26’005 Punkte, der marktbreite S&P 500 gab 0,2% auf 2880 Zähler nach, und der technologielastige Nasdaq schloss 0,55% tiefer auf 7472 Punkten.

Im Fokus der Anleger standen unter anderem Facebook. Die Aktien des sozialen Netzwerks verloren nach einem negativen Bericht im «Wall Street Journal» 1,7%. Auch Finanztitel wie Goldman Sachs (–2,3%) und JPMorgan (–1,3%) gaben nach.

Dagegen gewannen nach heftigen Vortagesverlusten die Valoren des Fleischersatzherstellers Beyond Meat (+12,6%) und des Elektroautobauers Tesla (+3,6%), nachdem CEO Elon Musk von Rekordauslieferungen im laufenden Quartal gesprochen hatte.

Asien

Auch an den asiatischen Börsen sorgt der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter für Verwerfungen.

An der grössten asiatischen Börse in Tokio sinkt der Nikkei 225 um 0,5%. Zwischen den USA und Japan gibt es ebenfalls noch ungeklärte Handelsfragen.

Der südkoreanische Kospi gibt 0,6% nach. Im Lande werden bereits Pläne für ein Konjunkturprogramm gewälzt.

In China steigt der Shanghai Composite 0,2%, während der Hang Seng in Hongkong 0,8% verliert. In der Sonderverwaltungszone sind Proteste gegen ein Auslieferungsgesetz eskaliert.

SMI 11'177.44 +0.09%
Euro Stoxx 50 3'738.78 -1.02%
Dax 13'579.42 -0.86%
STXUS500 PR USD 325.52 -1.10%
Nikkei 225 28'930.33 -0.04%
EUR/CHF 0.9634 -0.17%
USD/CHF 0.9592 +0.28%
EUR/USD 1.0045 -0.45%
Gold USD/Uz 1'748.22 -0.60%
Öl Brent 96.63 +0.12%
Bitcoin 21341.82 -8.71%

News Vorbörse Schweiz

SNB: Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 7'800.00 +1.04%)) sieht die Grossbanken besser gerüstet für eine allfällige Krise als noch im letzten Jahr. UBS (UBSG 18.16 -1.41%) und Credit Suisse (CSGN 7.47 -0.40%) hätten ihre Kapitalisierung verbessert, schreibt sie im Bericht zur Finanzstabilität 2019. Die Anforderungen würden nun nahezu erreicht. Auch bei den Vorkehrungen für die Abwicklung seien Fortschritte erzielt worden, weitere Anstrengungen seien aber nötig, damit in einer Krise wichtige Funktionen ohne Unterbruch aufrechterhalten werden könnten. (Lesen Sie hier mehr.)

SNB: Die SNB sieht den Hypothekarmarkt weiterhin im Ungleichgewicht. Bei den Renditeliegenschaften sei er gar weiter aus dem Lot geraten. Die meisten Inlandbanken könnten aber allfällige Verluste tragen, wie sie das negativste Szenario des Stresstests vorsieht. Dennoch hält die SNB gezielte Massnahmen im Bereich Renditeliegenschaften für nötig. Sie unterstützt den bundesrätlichen Vorschlag, dass Banken solche Hypotheken mit mehr Eigenkapital absichern sollen. (Lesen Sie hier mehr.)

Stadler Rail: Der Zugbauer kann 16 Flirt-Züge im Wert von 100 Mio. € nach Deutschland liefern. Die Züge von Stadler Rail (SRAIL 36.50 +1.50%) werden für die Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen gebraucht. Der Auftrag stammt von der NordWestBahn GmbH, der deutschen Tochter der französischen Transdev-Gruppe. Sie wird in Deutschland ab Ende 2022 eine Flotte von 118 Flirt-Zügen betreiben.

Bellevue-Gruppe: Der Asset-Manager übernimmt die Private-Equity-Boutique Adbodmer zu einem nicht publik gemachten Preis. Adriana Ospel-Bodmer soll nach der Transaktion im VR von Adbodmer bleiben und für die Bellevue (BBN 38.50 +0.26%) Group strategische Projekte leiten.

Roche: Der Pharmakonzern meldet positive Daten bei der Behandlung der seltenen Hautkrankheit Phemphigus Vulgaris (Blasensucht) mit seinem Mittel Rituxan. In einer Studie hat sich das Produkt von Roche (ROG 381.00 -0.46%) überlegen gezeigt im Vergleich mit der bisherigen Standardbehandlung.

Idorsia: Das Biotech-Unternehmen Idorsia (IDIA 19.65 +1.81%) vermeldet einen Erfolg mit einem seiner wichtigsten Entwicklungsprojekte, dem Schlafmittel ACT-541468. In einer Phase-II-Studie konnten Patienten, die unter Schlaflosigkeit litten, besser einschlafen. Auch der Schlaf selbst war besser, und das Mittel zeigte keine nennenswerten Nebenwirkungen.

Asmallworld: Die Schweizer Börse SIX eröffnet gegen das soziale Netzwerk Asmallworld (ASWN 2.57 +0.00%) eine Untersuchung. Im Fokus stehen Managementtransaktionen. Es bestehe der Verdacht, dass Asmallworld nicht gegen meldepflichtige Personen vorgegangen ist, die Vorschriften zur Offenlegung verletzt hatten.

Warteck Invest: Die Kapitalerhöhung spült einen Bruttoerlös von 76,8 Mio. Fr. in die Kasse der Immobiliengesellschaft Warteck Invest (WARN 2'400.00 +0.00%). 99,7% der Bezugsrechte seien bis zum Ende der Frist am Mittwoch ausgeübt worden. Das frische Kapital soll der Wachstumsstrategie dienen. (Lesen Sie hier mehr.)

Ascom: CEO Holger Cordes hält an seinen Zielen fest. Der Umsatz des Anbieters von Kommunikationslösungen soll dieses Jahr 3 bis 5% wachsen, die Ebitda-Marge soll zwischen 13,2 und 14,2% zu liegen kommen. Cordes gesteht im Interview mit «The Market NZZ» ein, dass er die Geschwindigkeit der Wandlung von einem Produkt- zu einem Lösungsanbieter überschätzt habe.

Castle Private Equity: Die Beteiligungsgesellschaft Castle Private Equity (PEHN 82.00 +1.23%) (CPEN 10.40 +5.05%) hat das Aktienrückkaufprogramm durch Ausgabe von Put-Optionen abgeschlossen und lanciert sogleich ein neues. Ab Freitag werden an der SIX über eine zweite Handelslinie maximal 578’598 Namenaktien oder 3,21% des Aktienkapitals zurückgekauft.

Also: Der IT-Dienstleister Also (ALSN 226.50 +1.12%) erhält die EU-Genehmigung für die Übernahme von ABC Data aus Polen. Die Akquisition ist Teil von Alsos Expansionsstragie in Osteuropa. Zum Übernahmepreis wurden keine Angaben gemacht. ABC Data erzielte 2018 umgerechnet knapp 1,2 Mrd. Fr. Umsatz.

Novimmune: Das private Genfer Biotech-Unternehmen Novimmune tritt die Rechte an seinem Hauptprodukt Emapalumab für 515 Mio. Fr. an die Swedish Orphan Biovitrum (Sobi) ab. Der Wirkstoff  wird zur Behandlung der seltenen Erbkrankheit hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) eingesetzt. Hinter dem Verkauf steht der Investor Martin Ebner. Er hält seit fünfzehn Jahren Anteile an Novimmune und erhält nun 25% des Verkaufserlöses. (Lesen Sie hier mehr.)

 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 13.06.2019

Wichtige Ereignisse
vom 13.06.2019

Schweiz
06:30   SNB: Bericht zur Finanzstabilität 2019
07:45   Seco: Konjunkturprognosen vom Juni 2019
08:30   BFS: Produzenten- und Importpreisindex Mai 2019
09:00   KOF Konjunkturprognose Sommer
09:30   SNB: Geldpolitische Lagebeurteilung (inkl. MK)
13:00   Swiss: Verkehrszahlen Mai
17:30   Flughafen Zürich: Verkehrszahlen Mai 2019
Sonstige Termine
Sonova: GV (15.00 Uhr), Zürich
Swissmem: Industrietag 2019, Luzern
Thurgauer KB: PS-Versammlung (17.30 Uhr), Kreuzlingen
International
08:00 GBR Tesco Hauptversammlung
10:00 AUT Raiffeisen Bank International Hauptversammlung
10:00 DEU Scout24 Hauptversammlung, München
10:00 DEU Brenntag Hauptversammlung, Essen
13:00 DEU Lufthansa Verkehrszahlen 05/19
22:00 USA Broadcom Q2-Zahlen
TERMINE KONJUNKTUR
DEU: Bundeswirtschaftsministerium Monatsbericht 06/19
08:00 DEU Verbraucherpreise 05/19 (endgültig)
11:00 EUR Industrieproduktion 04/19
11:00 DEU Institut für Weltwirtschaft veröffentlicht Konjunkturprognose im
Sommer für Deutschland und die Welt
12:00 IRL Verbraucherpreise 05/19
14:30 USA Im- und Exportpreise 05/19
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
- Sonstige Termine
09:30 LUX EuGH-Gutachter zum Rücktritt von Lebensversicherungen
09:30 LUX EuGH-Urteil zu den Pflichten von Webmail-Anbietern
BEL: Treffen der Euro-Finanzminister, Brüssel

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechniker: 10’000 in Sichtweite

Der Swiss Market Index reizt seinen Bewegungsspielraum nach oben derzeit stark aus. Anleger sollten seine Grenzen kennen. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks haben die Finanzmärkte vorerst beruhigt. Nach der Juni-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vergangene Woche wurden Äusserungen von Währungshütern bekannt, die noch einmal deutlich machten, dass die Euronotenbanker bei einer weiteren Konjunkturabkühlung den Einlagensatz von derzeit –0,4% senken könnten. In den USA war es der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, der vergangene Woche die Markterwartungen sinkender Leitzinsen insofern bestätigte, als er so einen Schritt nicht mehr ausschloss.

Die Unruhe wegen des Handelsstreits hat sich somit erst einmal gelegt, auch weil sich seit dem Wochenende ein Deal der USA mit den Mexikanern abzeichnet. Für die Gespräche mit China richtet sich nun der Blick auf den G-20-Gipfel am 28. bis 29. Juni. Aktien haben immerhin ein Teil ihrer Kursverluste vom Mai wettgemacht, wodurch Staatsanleihen weniger gefragt waren. Allerdings führt dies kaum zu steigenden Renditen bei amerikanischen und deutschen Staatspapieren, was zeigt, wie fragil die Stimmung auch wegen anhaltender Konjunktursorgen bleibt.

Bemerkenswert sind zwei Beobachtungen. Zum einen hat sich der Zinsabstand zwischen zehnjährigen und dreimonatigen US-Zinsen von 0,26% Anfang Juni auf zuletzt 0,13% halbiert. Und auch der Risikoaufschlag bei Hochzinsanleihen von Unternehmen spekulativer Bonität ging jetzt schnell zurück. Die entsprechenden Indizes zeigten vom Niveau her Anfang Juni zwar keinen Alarm, jedoch dürfte die Geschwindigkeit des Zinsanstiegs bei diesen riskanten Papieren wie schon Ende 2018 nicht wenige Währungshüter beunruhigt haben.

Anleger könnten sich jetzt allerdings fragen, wie lange die Notenbanker die Märkte diesmal beruhigt haben. Die Zeitspanne von einer verbalen Beruhigungspille zur nächsten wird immer kürzer. Nächste Woche trifft sich der Offenmarktausschuss des Fed, am Mittwoch wird seine Entscheidung veröffentlicht. Viel Beruhigungspotenzial scheinen die US-Währungshüter erst einmal nicht zu haben, denn für eine tatsächliche Zinssenkung dürfte es noch zu früh sein.