Was macht eigentlich…

die Efta, Freihandelszone

Ein sonderbares Bündnis: Die Efta besteht noch aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Die Flagge ganz links gehört dem Verhandlungspartner Ecuador.

Einst sollte sie der grosse Gegenentwurf zur EU sein. Heute findet sie kaum noch Erwähnung – die Europäische Freihandelsassoziation, kurz Efta. Vier Mitglieder zählt der Zusammenschluss noch: eine Insel, ein Zwergstaat, eines der dünn besiedeltsten Länder Europas und ein Staat, der eigentlich nirgendwo so recht dabei sein will. Namentlich: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.

Mit dem Brexit keimen nun Fantasien neuer, alter Grösse auf. Britische Politiker fordern den Wiedereintritt Grossbritanniens in die Efta. Der Generalsekretär der Freihandelszone – seit September ist es der Schweizer Henri Gétaz – betonte in einem Interview, die Türen seien prinzipiell offen, «aber das entspricht nicht der Position der britischen Regierung».

Denn drei der vier heutigen Efta-Länder sind als Mitglieder des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) an die EU angeschlossen. Sie übernehmen fast alle EU-Marktgesetze, dürfen diese aber nicht mitentscheiden. Eine Position, in die die britische Regierung nicht geraten möchte. Das verdeutlicht umso mehr den Sonderstatus der Schweiz, die als einziges Land in Westeuropa noch über ein À-la-Carte-Vertragswerk an den EU-Markt andockt.

Grossbritanniens Austritt aus der Efta und der Eintritt in die EU markierte 1973 das Ende des EU-Konkurrenzklubs. Dabei war Grossbritannien treibende Kraft bei der Gründung der Efta 1960. Anders als EU-Advokat Frankreich wollte London wirtschaftliche Zusammenarbeit ohne politische Integration. Doch allein durch den Zusammenschluss der beiden grössten Wirtschaftsmächte des Kontinents – Frankreich und Deutschland – führte schnell kein Weg mehr an der EU vorbei. Die meisten Efta-Mitglieder zogen nach, bis nur noch die Rumpf-Efta übrig blieb.

Doch untätig ist die Vereinigung heute keineswegs. Allein 2018 hat das kleine Bündnis erstaunlich viel auf den Weg gebracht. So schloss die Efta ein Freihandelsabkommen mit Indonesien und den Philippinen, führte Verhandlungen mit Kanada, Vietnam, Ecuador und dem südamerikanischen EU-Pendant Mercosur, schloss ein Agrarabkommen mit Israel, erweitere den Vertrag mit der Türkei und datierte den EWR auf. Die Efta verfügt heute über fast dreissig Verträge und damit über eines der grössten Freihandelsnetze weltweit. Das Bündnis bleibt gesuchter Handelspartner. Zwar verfügen die vier ungleichen Staaten über wenig Bevölkerung, doch dafür haben sie allesamt eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft.

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