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Vaudoise ist unbeirrt unkonventionell

Weshalb der Versicherer nicht die Dividende maximieren, sondern Investoren und Kunden für Treue belohnen will.

Der Versicherer Vaudoise ist anders und doch gleich. Einzigartig unter den kotierten Branchenunternehmen ist die Besitzstruktur. Kontrolliert wird das Westschweizer Unternehmen von der Mutuelle Vaudoise. Auf diese Genossenschaft geht der Ursprung der Aktivität zurück. Gleich wie andere Versicherer ist Vaudoise im Neugeschäft vorsichtig. Wegen der Niedrigzinslage werden besonders Lebenspolicen selektiver abgeschlossen. Deshalb schrumpft das Geschäftsvolumen.

Der Ertrag ist über die Jahre beinahe konstant geblieben, wenn vom Sondergewinn 2014 nach dem Verkauf des liechtensteinischen Geschäftsteils abgesehen wird. In der Lebensversicherung forciert Vaudoise Verträge, die keine bzw. nur begrenzte Zinsgarantien enthalten. Für den Bestand zinsgarantierter Produkte ist weiterhin ein Ertragsbedarf gegeben. Weil Rückstellungen bestehen, ist er massiv verringert.

Die Vaudoise-Führung will das Potenzial in der Deutschschweiz besser ausschöpfen. Absicht ist, in der Schadenversicherung weitere Marktanteile zu gewinnen. In diesem Geschäftsbereich hat das Unternehmen dank einer geschickten Vertriebspolitik die Marge ausgedehnt. Eine nächste «Temperaturmessung» wird der Semesterabschluss am 13. September erlauben.

Für 2016 war die Ausschüttung auf 12 Fr. je Aktie stabil gehalten worden. Die Aktionäre erhielten 14 Mio. Fr. Weitere 36,5 Mio. Fr. des Überschusses wurden als Prämienrabatt an die Kunden zurückgeleitet. Diese Art der Gewinnverteilung fördere die Kundentreue, sagt CEO Philippe Hebeisen im Interview, und sie erleichtere die Gewinnung zusätzlicher Versicherungsnehmer.

Für den Zeitraum bis 2019 steht das Renditeziel für das Eigenkapital auf 8 bis 10%. Zuletzt ist es knapp verpasst worden. «Finanz und Wirtschaft» schätzt für 2017 einen etwa 5% höheren Gewinn von 130 Mio. Fr. bzw. 43.20 Fr. je Aktie. So besteht begründete Aussicht darauf, dass die Dividende erhöht wird. Für diese Annahmen wird davon ausgegangen, dass die Rentabilität der Schadensparte anhält und dass in der Lebensversicherung im Jahresvergleich geringere Zinsrückstellungen gebildet werden.

Die Vaudoise-Aktien notieren mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 auf Höhe des Branchenschnitts. Die Chancen stehen deshalb gut, dass sie den Börsentrend mitgehen können. Oft sind nur wenige Stücke im Angebot, und der Handel ist illiquid. Börsentransaktionen sollten nur mit Kurslimiten aufgegeben werden.

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