Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Mehr aus 3a-Sparen rausholen

Pensions-Kassen-Sturz vom September 2018

Der Preisindex von Frankenobligationen ist dieses Jahr per Ende September negativ, gleich wie auch der Preisindex SMI (SMI 12'340.78 0.00%) des Schweizer Aktienmarkts. Beide messen die Wertentwicklung wichtiger Anlagesegmente der Pensionskassen. Das Resultat wird aufgebessert, da die Vorsorgeträger auf Aktien Dividenden und auf Obligationen früherer Emissionsjahre noch ordentlich Zinscoupons kassierten. Der Vorsorgedienstleister Prevanto berechnet die Gesamtperformance der Kassen für den Zeitraum Januar bis August im Bereich null bis –0,5%.

Die Bilanz für die Pensionskassen fällt jedoch ernüchternder aus, weil pro rata eine Zinspflicht im Umfang von rund 1,5% der Verpflichtungen zu verbuchen ist. In Summe lässt sich folglich ein Minus von 1,5 bis 2% kalkulieren. Prevanto schätzt deshalb, dass der durchschnittliche Deckungsgrad der Kassen von 114,4% zu Jahresbeginn auf 112,5% geschrumpft ist. Das Deckungsverhältnis errechnet sich aus der Gegenüberstellung von Vermögenswerten zu Verpflichtungen.

Der Vermögensüberschuss puffert Schwankungen, die auf die Investments der Vorsorgeträger einwirken. Die Credit Suisse (CSGN 7.47 -0.40%) hat die Zusammensetzung der Pensionskassenvermögen letztmals Mitte Jahr gemessen: Frankenanleihen 24,2%-Anteil, Immobilien 22,8%, Auslandaktien 18,6%, Schweizer Aktien 13,9%, Fremdwährungsanleihen 6,7% – jeweils als Durchschnittswert. Der Vermögensdrittel, der in Aktien investiert ist, hat in der langfristigen Betrachtung den grössten Wertzuwachs aller Anlageklassen geliefert, aber zugleich auch die heftigsten Wertschwankungen verursacht.

Die Pensionskassen müssen mit diesen Bewertungssprüngen zurechtkommen, wenn sie für ihr Rentenversprechen die auf Dauer grosse Performancekraft der Dividendenwerte nutzen wollen. Wer als Privatperson für die freiwillige dritte Vorsorgesäule auf das Aktiensparen setzt, hat in den zurückliegenden Jahren auch ein Ab und Auf erlebt.

In der untenstehenden Grafik sind für den UBS-Vorsorgefonds mit 50%-Aktienanteil die jährlichen Nettoperformances seit dem Finanzkrisenjahr 2008 aufgeführt. Wer damals in das Produkt investierte, brauchte viel Nerven. Erst nach fünf Jahren hatte sich der Fonds aus dem anfänglichen Buchverlust von gut 20% herausgearbeitet. Über zehn Jahre betrachtet bleibt aber dennoch ein Nettowertzuwachs von 30%.

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