Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: AHV-Schatz noch 34 Mrd. Fr. wert

Pensions-Kassen-Sturz vom Mai

Mit der starken Avance des Aktienmarkts und dank des Wiederanstiegs des Obligationen-Preisindexes haben sich die Vermögen der Pensionskassen seit Jahresbeginn aufgewertet. Bei den meisten Vorsorgeeinrichtungen dürfte eine Jahresperformance von 6 bis 7% vorliegen.

Gemäss Berechnungen des Dienstleisters Complementa hat sich deshalb der Deckungsgrad von durchschnittlich 103 auf mehr als 108% verbessert. Die Zahl setzt das Vermögen einer Pensionskasse mit ihren Verpflichtungen ins Verhältnis.

Deckungsgrad besser

Damit ist die finanzielle Lage zumindest in der Stichtagsbetrachtung gut. Doch die Lebenserwartung von 65-jährigen Personen ist in den vergangenen zwanzig Jahren um fast drei Jahre gestiegen. Pensionskassen müssen nun die Rente länger bezahlen, als kalkuliert worden war.

Deswegen verwenden die Vorsorgeträger den überwiegenden Teil der jährlichen Anlagerendite für die Rentenbeziehenden. Deren selbst angesparte Vorsorgevermögen reichen nämlich nicht aus, das längere Leben zu finanzieren.

Rendite ungleich verteilt

Das Ausmass der ungleichen Renditeverwendung offenbart die neueste Complementa-Studie. Die Pensionskassen haben den Restvermögen der Rentner 2018 im Schnitt 2,2% Zins gutgeschrieben. Die Beschäftigten erhielten auf ihrem Vorsorgegeld lediglich 1,4% Jahreszins.

Versicherte bei einzelnen finanziell bedrängten Kassen erhielten gemäss Complementa gar wesentlich weniger oder gar null Zins. Über alles betrachtet, mussten sich die Erwerbstätigen im vergangenen Jahr mit der niedrigsten Verzinsung ihres Berufliche-Vorsorge-Vermögens seit Einführung des Systems 1985 begnügen.

» Schreiben Sie uns hier an vorsorge@fuw.ch