Unternehmen / Schweiz

Leerverkäufer bauen Position in AMS ab

Der Chiphersteller führt die Liste der leer verkauften Aktien auch im April an. Markant zugenommen haben die Shorts auf Komax und Autoneum.

AMS macht für einmal positive Schlagzeilen: Die Aktien des Chipherstellers gewannen am Dienstag nach der Präsentation der Erstquartalzahlen rund ein Fünftel an Wert. Die wachsende Zuversicht zeigt sich auch bei den Short-Positionen. Leerverkäufer haben gemäss Daten des Finanzdienstleisters IHS Markit im April ihre Positionen mehr als 18% reduziert. Damit rangiert das Unternehmen aber immer noch ganz oben auf der Liste der meistgeshorteten Aktien des Swiss Performance Index (vgl. Tabelle unten).

Im ersten Quartal 2019 hat AMS die Erwartungen übertroffen. Zwar ist der Umsatz deutlich zurückgegangen, und es resultierte unter dem Strich ein Verlust. Doch die Analysten hatten ein schlechteres Ergebnis erwartet, und die Zeichen mehren sich, dass die Talsohle durchschritten ist.

Ebenfalls weiterhin einen Spitzenplatz bei den Top Ten der Leerverkauften belegen Landis+Gyr (LAND 55.70 +2.20%). Aber auch aus den Titeln des Stromzählerherstellers haben sich die Leerverkäufer tendenziell zurückgezogen. Noch 13% machen die Positionen relativ zur Gesamtzahl der ausstehenden Aktien aus. Fast so hoch ist der Anteil beim Vakuumventilhersteller VAT, im Vergleich zum April ist er noch deutlicher gesunken.

Markant zugenommen haben die leer verkauften Positionen hingegen bei Komax (KOMN 263.00 +0.38%), die nun in dieser Statistik mit einer 9,7%-Ausleihquote den sechsten Rang belegt. Im März hatte der Weltmarktführer auf dem Gebiet von Kabelverarbeitungsmaschinen mit einem düsteren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr die Börse enttäuscht. Die Valoren haben seit Jahresbeginn stagniert, während der Gesamtmarkt rund 16% avancierte. Leerverkäufer leihen sich Aktien und setzen mit ihrem Verkauf auf einen Kurssturz, um sie anschliessend günstiger zurückzuerwerben, an den Verleiher zurückzugeben und den Gewinn einzustreichen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Autoneum (AUTN 129.60 -0.15%): Auch der Autozulieferer hat für 2019 ein düsteres Bild gezeichnet. Es dürfte ein Übergangsjahr werden. Entsprechend sind die Anleger mit Blick auf die Kursentwicklung pessimistischer geworden: Um mehr als die Hälfte ist der Anteil leer verkaufter Aktien in den vergangenen 28 Tagen gestiegen.