Meinungen

Fuss vom Gas nehmen

Es ist Zeit, die Portfolios krisensicher zu machen. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«An der Pharmabranche kommen Anleger kaum vorbei.»

Schwarzsehen sollten die Anleger nicht, wenn sie an die Kursentwicklung an der Börse denken. Nach den Kursverlusten der letzten Wochen gibt es Einstiegschancen. Doch den Fuss etwas vom Gas nehmen und sich überlegen, welche Aktien in einer konjunkturellen Abkühlung Schutz bieten, ist ratsam. Blind drauflos fahren und dann aus der nächsten Kurve geschleudert zu werden, ist nicht nur im Auto gefährlich.

Also (ALSN 194.00 +2.21%), die Portfolios sollten krisensicher gemacht werden. Leichter gesagt als getan. Eine Garantie gibt es am Aktienmarkt ja bekanntlich nie, und was gestern krisensicher war, ist vielleicht morgen schon risikoreich. Damit die Auswahl etwas leichter fällt, hat sich «Finanz und Wirtschaft» des Themas Krisenresistenz  detailliert angenommen. Die drei entscheidenden Tipps gleich an dieser Stelle.

Das wichtigste Kriterium ist eine starke Bilanz. Nur das gibt einem Unternehmen Handlungsspielraum und Flexibilität. Dazu gehören eine hohe Eigenkapitalquote, guter Cashflow, wenig Goodwill und tiefe Schulden. Geringe Konjunkturabhängigkeit ist ebenfalls ein Muss. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Unternehmen unverzichtbare Produkte und Dienstleistungen anbietet. Der dritte Punkt: Marktführerschaft und Preissetzungsmacht.

Wer sich in der Schweiz nach diesen Kriterien auf härtere Zeiten vorbereiten will, kommt an der Pharmabranche kaum vorbei. Beide Schwergewichte verfügen über eine starke Bilanz, sind kaum konjunkturabhängig und an der Spitze positioniert. Während Roche (ROG 347.95 +0.69%) vom Markt noch immer unterschätzt wird, liegt Novartis (NOVN 86.08 -0.44%) Potenzial im fokussierten Umbau des Konzerns der sich noch nicht voll im Kurs spiegelt.