Märkte / Makro

EZB wird bei anhaltender Inflationsschwäche nachlegen

Notenbankchef Mario Draghi stellt für die nächsten Wochen einen zusätzlichen geldpolitischen Anschub in Aussicht.

(Reuters/BEG) Die EZB wird aus Sicht von Notenbank-Chef Mario Draghi ihre Geldpolitik erneut lockern müssen, sollte die Inflation im Euroraum weiterhin nicht anziehen. Wenn keine Verbesserung eintrete, werde ein zusätzlicher geldpolitischer Anschub erforderlich sein, sagte Draghi am Dienstag auf dem EZB-Notenbankforum im portugiesischen Sintra.

Anleihen kaufen und den Leitzins senken

«In den nächsten Wochen wird der EZB-Rat überlegen, wie unsere Instrumente entsprechend der Grösse des Risikos für die Preisstabilität angepasst werden können», erklärte Draghi. Es gebe erheblichen Spielraum für weitere Anleihenkäufe.

Zudem gehörten erneute Zinssenkungen und Massnahmen, um unerwünschte Nebenwirkungen der anhaltend ultralockeren Geldpolitik einzudämmen, zu den Werkzeugen. Damit spielte Draghi vermutlich auf gestaffelte Negativzinsen für die Einlagen der Geschäftsbanken an: Diese könnten die Wirkung verschärfter Negativzinsen auf die Margen der Banken abmildern, ähnlich wie der Freibetrag in der Schweiz. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?