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Eine Aktie mit Potenzial, aber dürftiger Dividende

Die Titel der Genfer Kantonalbank sind im Konkurrenzvergleich günstig bewertet. Anleger müssen sich aber der Nachteile bewusst sein.

Im Februar dieses Jahres hat die Genfer Kantonalbank das eingeführt, was die anderen kotierten Schweizer Kantonal- und Retailbanken längst haben: die Einheitsaktie. Das hat gemäss dem CEO der Banque Cantonale de Genève (BCGE (BCGE 165.00 -0.30%)), Blaise Goetschin, die Liquidität und die Attraktivität der Titel verbessert. Dennoch ist der Streubesitz nach wie vor klein. Fast 80% der Aktien liegen im Besitz des Kantons, der Stadt und der Gemeinden Genfs.

Im Vergleich mit der Konkurrenz kommen die Valoren der BCGE mit einem KGV (2018) von 13 günstig daher. Das diversifizierte, internationale Geschäft der BCGE gibt der Bank und damit ihren Aktien zudem ein grösseres Wachstumspotenzial als ihren mehr inlandorientierten Schwestern, wie Blaise Goetschin im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» betont. Mindestens den Substanzwert werde die Aktie laut dem CEO früher oder später erreichen. Das Kurs-Buch-Verhältnis liegt derzeit bei 0,8.

Anleger müssen sich aber bewusst sein, dass BCGE wie viele Banken seit der Finanzkrise kaum ihre Eigenkapitalkosten verdient und dass die Dividendenrendite mit 1,7% mager ausfällt (Durchschnitt: 3,2%). Letzteres wird sich so schnell auch nicht ändern. Einer höheren Ausschüttung erteilt Goetschin eine Absage. Rund 33% des Gewinns sollen auch weiterhin an die Aktionäre gehen, die Mehrheit soll in die weitere Expansion des Geschäfts investiert werden.

Dieses kommt vielfältiger daher als bei anderen Kantonalbanken. Als eine von wenigen unterhält BCGE ein substanzielles Auslandgeschäft. Im Firmenkundengeschäft, im Private Banking und im Asset Management liegen die Schwerpunkte der Bank, die weiterentwickelt werden sollen.