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Drei Sparkassen verstaatlichtSpaniens Behörden intervenieren

Die spanische Bankenaufsicht hat drei Sparkassen verstaatlicht, denen es zum Fristablauf vom 30. September nicht gelang, privates Kapital aufzunehmen, um die neuen Eigenmittelvorschriften zu erfüllen. So übernahm der Staat über den Restrukturierungsfonds Frob 90 bis 100% der Kapitalanteile von Novacaixa Galicia, Catalunya Caixa und Unnim.

Die drei Gruppen und die bereits im Juli unter staatliche Aufsicht gestellte Caja de Ahorros del Mediterráneo (CAM) bekamen insgesamt 7,5 Mrd. € an frischem Kapital, um die neuen Kernkapitalquoten von mindestens 10% für nicht kotierte Finanzinstitute erreichen zu können. Die niedrige Bewertung der Kassen spiegelt den schlimmen Zustand der Bilanzen nach den zu Boomzeiten angehäuften Immobilienrisiken und der oftmals defizitären Geschäftsführung: Für Novacaixa Galicia und Catalunya Caixa setzte der Frob das 0,12-Fache respektive 0,1-Fache des Buchwerts an, die Gruppe Unnim um drei katalanische Sparkassen bewertete er gerade einmal mit 1 €. Miguel Angel Fernández Ordóñez, Gouverneur der Zentralbank, verwies zwar darauf, dass Spanien im Ländervergleich bisher relativ wenig Geld in die Sanierung der Finanzbranche stecken musste. Doch nach Ansicht von Finanzanalysten steht die grosse Bilanzsäuberung noch bevor. Bisher stützte Spanien die Sparkassen mit Kapital- und Liquiditätsspritzen von insgesamt knapp 23 Mrd. €. Hinzu kommen möglicherweise allein für den Verkauf der CAM weitere 20 Mrd. €, die dem Käufer für künftige Wertberichtigungen aus dem maroden Kreditportfolio zugesichert werden sollen.AE Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?