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Die Roche-Titel haben Aufholpotenzial

Roche zählt, mit der US-Tochter Genentech und einer Beteiligung von 62% an der japanischen Chugai, zu den grössten Pharmagesellschaften der Welt.

Arno Schmocker und Rupen BoyadJian

In Bezug auf den Börsenwert ist das Basler Unternehmen nach Nestlé (NESN 107.96 +3.11%) (290 Mrd. Fr.) mit 230 Mrd. Fr. die Nummer zwei an der Schweizer Börse, vor Novartis (NOVN 86.08 -0.44%) (195 Mrd.).

Der Umsatz von Roche (ROG 347.95 +0.69%) ist in der Vergangenheit, zum Teil dank Akquisitionen, stetig gestiegen. In den letzten vier Quartalen wuchs der Konzern verstärkt aus eigener Kraft, zwischen 7 und 9%. Neuere Medikamente machten die Erosion des Umsatzes der drei bedeutendsten Medikamente (Avastin, Herceptin und Rituxan/Mabthera) mehr als wett. Die operative Profitabilität des Konzerns ist seit Jahren konstant hoch über 35% auf Stufe bereinigter Ebit.

Als defensive Anlage haben die Roche-Titel seit Sommer 2018 Terrain gegenüber dem Gesamtmarkt gutgemacht. In jüngster Zeit haben sie sich jedoch wieder schlechter entwickelt, auch im Vergleich zu Novartis. Das ist insofern erstaunlich, als sowohl der Jahresabschluss 2018 von Roche wie der Umsatzbericht zum ersten Quartal dieses Jahres die Erwartungen nicht nur erfüllten, sondern übertrafen.

Nach der jeweils vorsichtigen Jahresprognose des Managements zu urteilen, wird auch 2019 ein gutes Jahr. Angesagt sind ein Umsatzwachstum von 5% und eine ähnliche Zunahme des bereinigten Gewinns – was wiederum eine höhere Dividende erwarten lässt.

Doch eine Ungewissheit lässt Investoren zögern: Es ist schwer vorhersehbar, wann die grossen drei Krebsmedikamente von Roche auch in den USA Konkurrenz durch Nachahmerprodukte erhalten. Es könnte ab Sommer sein, vielleicht aber auch erst 2020. Genauso wenig lässt sich abschätzen, wie gross der Umsatzverlust sein wird.

Auf jeden Fall ist Pharmachef Bill Anderson überzeugt, dass es Roche weiterhin gelingen wird, mit neuen Produkten die Einbusse mehr als wettzumachen. In den nächsten Tagen wird das Unternehmen am Kongress der American Academy of Neurology (AAN) neue Daten zur Pipeline in der Neurologie veröffentlichen.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 sind Roche bescheidener eingestuft als internationale Konkurrenten und Novartis (16 bzw. 17). Ein Kauf der Papiere wird sich für geduldige Investoren lohnen.