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«Der Trend zu bereinigten Zahlen ist ein zweischneidiges Schwert»

Peter Leibfried, Professor für Audit und Accounting an der Universität St. Gallen, über Nutzen und Risiken adjustierter Geschäftsergebnisse.

Herr Leibfried, welchen Trend erkennen Sie im Gebrauch bereinigter Kennzahlen?
In den letzten Jahren hat ihre Verwendung überall zugenommen – deswegen intervenieren verstärkt auch die Regulatoren. Die Entwicklung ist massgeblich darauf zurückzuführen, dass die Geschäftsmodelle dynamischer und komplexer geworden sind. Das Reporting ist kein ruhiger Fluss mehr, sondern es treten vermehrt Sondereffekte auf. Für Unternehmen wird es deshalb immer schwieriger, die Geschäftsergebnisse gegen aussen hin zu erklären.

Hat der Missbrauch in Ihren Augen zugenommen?
Der Trend zu bereinigten Kennzahlen ist ein zweischneidiges Schwert, der natürlich auch Potenzial für Missbrauch birgt. Ich denke allerdings nicht, dass das Fehlverhalten zugenommen hat. Rein anekdotisch kann ich mich an sehr wilde Geschichten vor fünfzehn Jahren erinnern, die man heute wohl viel schneller aufdecken würde. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Jürg Brechbühl 07.06.2018 - 19:55

Wer nichts zu verbergen hat, legt die Karten auf den Tisch und zeigt einfach eine Zusammenfassung seiner Erfolgsrechnung. Frisierte Gechäftszahlen wie im Bericht beschrieben, sind im besten Fall eine Beleidigung für die Intelligenz des Aktionärs.