Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 6. April 2019

Julius Bär nicht mehr bei den Grossen, ein Herkulesjob für Ermotti, Alpiqs nebulöse Aussagen, ein Blick auf Bossard, Richemont wird transparenter, und was Kleinaktionäre gegen hohe CEO-Löhne tun können.

«Was man ernst meint, sagt man am besten im Spass.»
Wilhelm Busch
dt. Dichter und Zeichner (1832–1908)

Lieber Investor

Was haben Julius Bär und die Grasshoppers gemeinsam? Die Privatbank fliegt nächste Woche aus dem Swiss Market Index, quasi der Super League der kotierten Unternehmen der Schweiz. Dem Fussballclub droht als Tabellenletztem das gleiche Schicksal, wenn er so weiterkickt wie zuletzt. Na ja, GC hat noch neun Spieltage vor sich, kann sich also immer noch aus eigener Kraft retten. Nicht so Julius Bär. Sie dürfen definitiv nicht mehr in der obersten Liga spielen.

Zu gross waren die Probleme. Die Aktienmärkte waren schwach, dazu kam eine interne Untersuchung im Zusammenhang mit der Geldwäscheaffäre um die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA, und die Kunden hielten sich generell mit Aufträgen zurück. Das lastete auf den Aktien. Und Ex-Chef Boris Collardi wirbt beim alten Arbeitgeber Leute ab. Aber wenn die Nacht am dunkelsten ist, geht ein Licht auf, wenn auch nur rein spekulativ. Angeblich ist UBS an einer Übernahme interessiert. Das hat den Aktienkurs gestützt und mag kurzfristig etwas Performance bringen. Ich bleibe aber skeptisch für die Bär-Aktien. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?