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Der Chart des Tages

Die Woche der Notenbanker.

Andreas Neinhaus

Die Führungsspitzen der beiden grössten Zentralbanken haben diese Woche eingehend Gelegenheit, die Zinserwartungen zu beeinflussen. An den Finanzmärkten wird fest damit gerechnet, dass das Federal Reserve in den USA die Leitzinsen noch in diesem Jahr mehrere Male senken wird. Am Mittwoch tagt der Fed-Offenmarktausschuss. Ob er bereits vor dem Ausgang des G-20-Gipfels aktiv wird, ist fraglich. Aber zumindest muss er Stellung nehmen zu der aggressiven Zinserwartung des Marktes. Ist sie übertrieben? Lockert das Fed die Zügel bereits im Juli?

Die Erwartungen in den USA beeinflussen auch die Aussichten im Euroraum. Selbst dort wird mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen noch tiefer setzt. Nach wie vor schwächelt der Industriesektor und droht eine wirtschaftliche Stagnation. Im Gegensatz zu den USA hält die EZB den wichtigsten Leitzins bereits im Minus. Jede weitere Zinssenkung wäre eine Extremmassnahme – und hätte auch Folgen für den Franken und die Schweizerische Nationalbank. Ist dies wirklich eine realistische Option?

An der jährlichen Forschungskonferenz der EZB im portugiesischen Sintra, die heute Abend beginnt, werden EZB-Präsident Mario Draghi und seine Kollegen kaum umhinkommen, zu dieser tagesaktuellen Frage Stellung zu nehmen.