Unternehmen / Ausland

Der Antikapitalist und seine «schwarze Geliebte»

Rudolf Diesels Motor könnte auf absehbare Zeit von den Strassen verschwinden. Doch wird seine revolutionäre Erfindung der Welt noch lange erhalten bleiben.

Der Diesel in der Defensive. Autobauer schummeln bei Abgaswerten, die Nachfrage bricht ein, Städte wollen ihn verbieten, die Produktion wird zurückgefahren. 125 Jahre nach seiner Erfindung wird der Abgesang auf Rudolf Diesels Motor angestimmt. Schon bis seine bahnbrechende Idee Wirklichkeit wurde, musste der Deutsche viele Widrigkeiten überwinden.

1858 wird Diesel in Paris geboren. Kindheit und Jugend verbringt er in der Stadt, in der die Eltern sich kennenlernten. 1870 zieht er in die Vaterstadt Augsburg und erweist sich als akademischer Überflieger. Das Studium an der Technischen Universität München schloss vor dem 22-Jährigen keiner derart exzellent ab. Nach einer Station beim Maschinenbauer Sulzer in Winterthur holt 1880 der Kühltechnikpionier Carl von Linde den jungen Ingenieur als Direktor in seine Pariser Fabrik. An der Herstellung von Eismaschinen hängt Diesels Herz aber nicht. Er will die Dampfmaschine in Rente schicken. Über hundert Jahre vertraut die Industrie nun schon auf diese Form des Antriebs, die nur 10% der hineingesteckten Energie umsetzt. Da geht mehr, weiss Diesel.

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