Unternehmen / Schweiz

Cicor setzt Wachstumskurs fort

Analyse | Die Technologiegruppe hat die Ertragslage im ersten Semester deutlich verbessert. Die Anleger freut's.

Aufgrund eines irrtümlicherweise vorgezogenen Postversands des Halbjahresberichts hat Cicor die Zahlen einen Tag früher als geplant publiziert. Der Handel in Cicor war deswegen am Mittwochvormittag zeitweise ausgesetzt. Die Zahlen sind wie erwartet sehr gut, schon im Juni hatte das Unternehmen ein starkes Semesterergebnis angekündigt. Das ist nicht selbstverständlich, realisierte Cicor doch noch 2015 einen erheblichen Verlust und kam danach nur langsam wieder in die Gänge.

Der Hersteller hochwertiger elektronischer Baugruppen steigerte den Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vorjahresvergleich 12,8% auf knapp 123 Mio. Fr. In Lokalwährungen resultierte ein Zuwachs von 9,1%. Wachstumstreiber war die kleinere der zwei Divisionen, AMS (Advanced Microelectronics and Substrates), mit einem Umsatzplus von 28% auf 31,3 Mio. Fr. Die Division Electronic Solutions (ES), sie steuert rund drei Viertel zum Umsatz bei, steigerte sich 8,4% auf 91,6 Mio. Fr.

Bessere Ebit-Marge

AMS hat die Nase auch in Sachen Rentabilität vorne. Der Ebit der Division wurde mehr als verdoppelt. Die Marge erreichte 10,6%. Electronic Solutions mussten dagegen einen Rückgang des Ebit um 13,7% in Kauf nehmen, die Marge sank auf 4,8%. Die ganze Gruppe realisierte einen Ebit-Zuwachs um gut ein Drittel auf knapp 7 Mio. Fr. Die Ebit-Marge stieg von 4,7 auf 5,7%.

Der Gewinn wurde nahezu verdoppelt und erreichte 4,7 Mio. Fr. Die Konzentration der Produktion auf weniger Standorte sowie die weltweite Koordination des Einkaufs besonders von elektronischen Komponenten, in denen die Versorgungslage zum Teil schwierig war, zahlten sich aus. Dennoch: Auch ein Basiseffekt spielt eine Rolle, Cicor kommt von weit unten. Die Margen haben denn auch noch Spielraum nach oben.

Das Unternehmen startet mit einem guten Auftragsbestand ins zweite Semester. Er lag zur Jahresmitte mit 138,4 Mio. Fr.  um 15,8% über dem Vorjahreswert. Dennoch dürfte das Wachstumstempo der ersten sechs Monate nicht ganz gehalten werden können. Zunächst war das zweite Halbjahr 2017 sehr stark. Zudem werden die Kosten für die Kapazitätserweiterungen in Rumänien und Indonesien dem nächsten Semester belastet.

Attraktivität gesteigert

Cicor erwartet für das ganze Jahr einen Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Ebit-Marge zwischen 5 und 6%. «Finanz und Wirtschaft» hält für das laufende Jahr an der Gewinnschätzung von 2.80 Fr. je Aktie fest, entsprechend einem Wachstum von rund 21%. Im kommenden Jahr wird ein Gewinn je Aktie von 3.80 Fr. veranschlagt.

Auf dieser Basis sind Cicor mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 bewertet – der Kurs ist damit sicher nicht ausgereizt. Cicor sind für den Aktionär wieder attraktiver geworden. Allerdings ist der Markt sehr eng, der Kurs damit anfällig auf ausgeprägte Schwankungen.

Die komplette Historie zu Cicor finden Sie hier. »

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