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Chinas Notenbank drückt auf Stimmung

Warnungen schicken Bitcoin und andere Kryptowährungen in die Tiefe

TokenSuisse AG

China gibt’s, China nimmt’s: Im Oktober hatten Ausführungen der chinesischen Regierung zu den Möglichkeiten der Blockchain die gebräuchlichste Blockchain-Anwendung, den Bitcoin, wie eine Rakete 40% in die Höhe schiessen lassen. In den vergangenen zwei Wochen nun musste ein deutlicher Rückschlag verzeichnet werden, nachdem die People’s Bank of China vor Missbräuchen mit Kryptowährungen gewarnt hatte.

Die chinesische Zentralbank startete eine neue Kampagne zur Eindämmung des Kryptohandels in Shanghai. Ganz unerwartet kamen diese Aktivitäten allerdings nicht: Die offizielle Ankündigung erfolgte eine Woche nachdem CoinDesk einen Inspektionsplan für Kryptohandelsoperationen in jedem Bezirk Shanghais veröffentlicht hatte.

«Wenn Investoren Aktivitäten und Operationen im Zusammenhang mit virtuellen Währungen in irgendeiner Form sehen, können sie dies den Behörden melden», heisst es in einer Mitteilung der People’s Bank of China wenig zweideutig. Es müsse ganz klar zwischen Blockchain-Technologien und virtuellen Währungen unterschieden werden.

Die Notenbank plant zusammen mit anderen lokalen Finanzbehörden, einschliesslich der Shanghai Internet Finance Rectification Agency, die Aktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen kontinuierlich zu überwachen – und missliebige Aktivitäten im Keim zu ersticken. Begründet wird dies mit dem Anlegerschutz. Investoren sollten denn auch Personen oder Organisationen melden, die in den Bereichen Handel mit virtuellen Währungen oder ICOs aktiv sind.

Chinas Zentralbank war im September 2017 zum ersten Mal landesweit gegen Kryptohandel und ICOs vorgegangen – aus Angst, Kryptowährungen könnten den Finanzmarkt stören. Das Einschreiten verhinderte jedoch nicht, dass sich der Bitcoin-Kurs zwischen September 2017 und Ende Jahr mehr als vervierfachte.

Charles Hoskinson, Mitbegründer von Ethereum und Gründer von Cardano, lässt sich denn auch nicht von der derzeitigen Korrektur beeindrucken. Er ist nach wie vor der Ansicht, dass digitale Assets stark unterbewertet sind. Ethereum ist hinter Bitcoin die zweitwichtigste Kryptowährung, Cardano belegt den 13. Platz. «Wir haben eine globale Bewegung, die die Welt verändern wird. Wir werden wieder einen Bitcoin-Kurs von 10’000 $ sehen und einen Kurs von 100’000 begrüssen. Krypto ist unaufhaltsam, Krypto ist die Zukunft», verkündet er via Twitter. Das sind deutliche Worte.

Wir sind ebenfalls zuversichtlich, dass sich die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen über kurz oder lang deutlich erholen werden. Dass die chinesische Regierung nach den kürzlichen Ausführungen zur Blockchain wieder etwas auf die Bremse trat, kann nicht überraschen. Die Bäume wachsen in China nicht in den Himmel – ausser die Regierung will das so. Ob der kritischen Ausführungen sollte nicht vergessen werden, dass Mining in China nun nicht mehr verboten ist. Das ist ebenfalls ein klares Zeichen.