Unternehmen / Industrie

Gavazzi hat sich operativ verbessert

Analyse | Unter Ausschluss eines Einmaleffekts hat der Hersteller von elektronischen Komponenten den Ebit im ersten Semester zweistellig gesteigert.

Nachdem Gavazzi operativ, gemessen am Ebit, über Jahre kaum vom Fleck gekommen war, wurde im ersten Semester 2017/18 (Geschäftsjahr per Ende März) eine deutliche Steigerung realisiert. Unter Ausschluss eines positiven Einmaleffekts aus dem Vorjahr von 2,3 Mio. Fr. (Einnahme aus Lizenzstreitigkeit) konnte der Ebit zweistellig erhöht werden. Gavazzi stellt elektronische Komponenten für die Gebäudeautomation sowie die industrielle Automation her.

Die Elimination dieses Effekts führte im ersten Halbjahr im Ebit zu einem Zuwachs von 14,3% und im Gewinn von 4,1%. In absoluten Zahlen hat der Wegfall des Sonderertrags hingegen einen deutlichen Rückgang bewirkt. Der Ebit sank 19% auf 6,4 Mio. Fr. und der Gewinn gar fast 35% auf 4,1 Mio. Fr.

Gutes Umsatzwachstum

Der Umsatz hat sich im Vorjahresvergleich erfreuliche 6,3% auf 70,4 Mio. Fr. erhöht. In Lokalwährungen wuchs er 6%. Der Auftragseingang expandierte mit 7,3% gar noch etwas ausgeprägter. Stark entwickelt haben sich in erster Linie die Verkäufe in der Region Asien-Pazifik, sie legten 21,1% zu. Südostasien sowie China waren hier die treibende Kraft.

In Europa steigerte sich der Umsatz 4,2% und in Nordamerika 1,1%. Damit ist der Umsatzanteil ausserhalb Europas weiter auf 35% gestiegen. Vor Jahresfrist waren es noch gut 34%. Produktseitig haben sich die Sensoren mit einem Zuwachs von 8,5% als Wachstumstreiber entwickelt. Sie profitieren von neuen Anwendungen in der Industrieautomation.

Das stimmenmässig zu fast 80% von der Familie Gavazzi beherrschte Unternehmen ist finanziell kerngesund. Zur Mitte des Geschäftsjahres verfügte es über eine Nettoliquidität von 41,8 Mio. Fr. und eine Eigenkapitalquote von 71,8%.

Zum Ausblick gab sich die Gesellschaft wie gewohnt sehr zurückhaltend. Sie sieht immerhin in wichtigen Märkten «interessante Wachstumsmöglichkeiten». Gavazzi will die geografische Abdeckung ausserhalb Europas weiter verbessern und in Forschung und Entwicklung sowie Marketing investieren.

Nicht geeignet

Der Vorjahresgewinn dürfte im laufenden Geschäftsjahr wegen des genannten Einmaleffekts aber nicht erreicht werden. «Finanz und Wirtschaft» hält an der Gewinnschätzung 2017/18 von rund 11 Mio. Fr. (–18%) fest. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 15.50 Fr. Im Geschäftsjahr 2018/19 sollte eine leichte Steigerung auf 16 Fr. möglich sein. Auf dieser Basis sind Gavazzi mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 historisch eher hoch bewertet. Die nur wenig gehandelten Titel sind mit dem sehr geringen Free Float für den Durchschnittsanleger nicht geeignet.

Die komplette Historie zu Carlo Gavazzi finden Sie hier. » Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?